Wie Erfahrungen Sicherheit und Vertrauen fördern können

Wie Erfahrungen Sicherheit und Vertrauen fördern können

Sicherheit ist seit vielen Jahrtausenden ein menschliches Grundbedürfnis. Vertrauen hingegen entsteht in der Regel vorrangig in einem bekannten Umfeld, in dem eine Einschätzung dessen, wer oder was einem gut tut, einfach möglich ist. In unsicheren Zeiten kommt es immer wieder vor, dass Menschen das Vertrauen in sich selbst verlieren und die Entscheidung, sowie die Verantwortung über ihr Leben auf andere übertragen wollen. Das ist jedoch nur sehr eingeschränkt möglich. Einige einfache Tipps helfen dabei, turbulente Lebensphasen selbst sicher und vertrauensfördernd zu meistern.

Sicherheit braucht in erster Linie Vertrauen in sich selbst

Herbert Oth hat viele existenzbedrohende Situationen überlebt. Er war 33 Jahre alt, als er die Diagnose Krebs erhielt und hat dementsprechende Erfahrungen mit Chemotherapien, Operationen und dem Wiederauftauchen der Todesgefahr. Heute – mehr als 30 Jahre danach – zeichnet ihn vor allem die Erfahrung aus, dass er auch in schwierigen Momenten seiner eigenen Intuition trauen kann. Das war nicht immer so. Er spricht verständlicherweise von einem tiefen Schock, aber auch von einer langjährigen ehrlichen Auseinandersetzung mit der Frage, wer er ist und was er will. Heute ist er ein vielseitiger Lebenspraktiker, der in einfachen Worten und für alle verständlich auf den Punkt bringt, worum es geht: „Es gibt Situationen, in denen eine Einschätzung von ‚richtig‘ und ‚falsch‘ nicht möglich ist.“ Daher empfiehlt er, sich an das, was in einem solchen Moment einem Menschen gut tut, schrittweise anzunähern. Diese Verantwortung kann nicht delegiert werden, weil damit sehr viele subjektive Bewertungen verbunden sind. Außenstehende können dabei maximal begleiten und unterstützen.

Auch Expertenmeinungen sind zu hinterfragen

Das Übernehmen von Verantwortung bedeutet für Herbert Oth in erster Linie das selbständige Hinterfragen von unterschiedlichen Meinungen. Er ist überzeugt, dass er heute nicht mehr leben würde, wenn er allen Empfehlungen gefolgt wäre, die ihm behandelnde Ärzte nahelegten. Das will er allerdings nicht als Vorwurf gegen die Ärzteschaft verstanden wissen, sondern viel mehr als Aufruf, sich in wichtigen Fragen so umfassend wie möglich zu informieren. Ist man in der Lage, sich offen mit eigenen und fremden widersprüchlichen Argumenten und Herangehensweisen auseinanderzusetzen, dann ist die Chance deutlich größer, sich selbst, sowie seine Neigungen und Vorlieben besser kennen zu lernen und sich in manchen Fällen auch ganz neu zu entdecken. Dazu meint Herbert Oth: „Leben Menschen im Einklang mit sich selbst, sind sie stark. Ansonsten lassen sie sich verwalten oder manipulieren.“ Er engagiert sich deshalb bereits seit vielen Jahren in der Selbsthilfe und unterstützt dabei jene, die Vertrauen und Sicherheit verloren haben bei dessen Wiedererlangung.

Mit Mediation mehr Vertrauen in die Sicherheit

Mediation wird meistens als ein Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktregelung bezeichnet. Vielmehr ist sie jedoch die persönliche Einstellung, Nutzen für alle zu ermöglichen. Diese Haltung ist in unserer Gesellschaft nicht sehr weit verbreitet. Es herrscht eher der Zugang, dass ein persönlicher Gewinn nur durch Verluste von anderen zu erreichen ist. Dadurch schwinden Vertrauen und Sicherheit. In einer pluralistischen Welt, in der sich Werte rascher wandeln denn je, werden Entscheidungen von ‚oben herab‘ deutlich häufiger abgelehnt. Daher schwört Herbert Oth auf folgende Vorgehensweise: „Es wird immer wichtiger, auf Augenhöhe zu agieren. Das erfordert ein rigoroses Umdenken.“ Vertrauen und Sicherheit entstehen nicht von selbst, auch eine Anordnung ist hier wirkungslos. Vertrauen und Sicherheit ergeben sich in erster Linie durch die bestmögliche Abgleichung von unterschiedlichsten Bedürfnissen. Mediation bietet dazu eine optimale Orientierung. Gelingt sie, macht sich üblicherweise auch Gelassenheit breit. Diese ist laut Herbert Oth „... die reife Schwester der Erfahrung.“